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Wie sieht dein persönliches Sicherheitsupdate aus?

25. Sept.
5 Min. Lesezeit


Dein Smartphone wird regelmäßig gepflegt. Aber wann hast du zuletzt dein eigenes System aktualisiert? Wir laden sie regelmäßig, aktualisieren unsere Apps und installieren neue Versionen, wenn sie verfügbar sind. Wir schützen unsere Daten, verwenden Passwörter und nehmen Sicherheitswarnungen ernst. Wenn unser Smartphone uns auf ein Sicherheitsupdate hinweist, installieren wir es, denn wir wissen, dass ein System nicht nur Energie braucht, um zuverlässig zu funktionieren. Es muss auch gepflegt und geschützt werden.

Ein Smartphone kann einen vollen Akku haben und trotzdem Sicherheitslücken aufweisen. Die Apps können aktuell sein und das System trotzdem angreifbar. Viren, Schadsoftware, Trojanische Programme oder manipulierte Informationen können versuchen, Schwachstellen auszunutzen. Genau deshalb gibt es Sicherheitsupdates. Und zwar nicht erst dann, wenn bereits etwas passiert ist. Prävention gehört ganz selbstverständlich zur Pflege unseres Smartphones.

Aber wie sieht es bei uns selbst aus?


Auch unser Körper braucht täglich Energie und Nährstoffe. Wir bewegen uns, treiben Sport, arbeiten, pflegen Beziehungen, treffen Menschen, lernen, denken, schlafen und versuchen, uns zwischendurch zu erholen. All diese Bereiche tragen dazu bei, dass wir uns körperlich und psychisch gut fühlen. Wenn wir unser Leben mit einem Smartphone vergleichen, könnten Ernährung und Nährstoffe gewissermaßen den Akku laden, während Bewegung, Sport, Arbeit, Beziehungen und all die anderen Lebensbereiche unsere verschiedenen Apps darstellen.


Doch was ist mit dem Betriebssystem?

Unser Körper ist natürlich kein Smartphone und die biologischen Zusammenhänge sind ungleich komplexer. Trotzdem kann diese Metapher etwas sichtbar machen. Denn wir können unseren „Akku“ gut versorgen und unsere „Apps“ pflegen und trotzdem gibt es eine weitere Ebene, die Aufmerksamkeit verdient.

Vielleicht ist das die eigentliche Frage: Wie kümmern wir uns um das System, das alles miteinander verbindet? Und damit meine ich nicht nur unseren Körper. Ich meine auch unsere Psyche und die Art, wie wir mit uns selbst umgehen.


Denn häufig wissen wir ziemlich genau, was uns guttut. Wir wissen, dass wir Schlaf brauchen, dass Bewegung wichtig ist und dass wir Zeit für Menschen brauchen, die uns wichtig sind. Wir wissen auch, dass dauerhafter Stress nicht spurlos an uns vorbeigeht. Trotzdem stellen wir uns selbst oft hinten an. Wir machen weiter, obwohl wir müde sind. Wir funktionieren, obwohl wir längst merken, dass etwas nicht mehr stimmt. Wir verschieben eine Pause auf später, kümmern uns um die Bedürfnisse anderer und sagen uns, dass es gerade eben nicht anders geht.


Vielleicht liegt es manchmal daran, dass wir gelernt haben zu funktionieren. Vielleicht daran, dass wir niemanden enttäuschen wollen. Vielleicht daran, dass wir glauben, erst etwas leisten zu müssen, bevor wir uns selbst Aufmerksamkeit schenken dürfen.

Und vielleicht liegt darunter noch etwas viel Grundsätzlicheres: die Frage, welchen Wert wir uns selbst geben.


Bin ich mir selbst wichtig?

Für mich ist das ein wesentlicher Teil von Selbstfürsorge. Nicht erst dann zu erkennen, dass man wichtig ist, wenn der Körper bereits deutliche Signale sendet oder die Psyche nicht mehr mitmacht. Sondern viel früher.


Kein Mensch wird aus Versehen geboren. Jeder Mensch ist einmalig. Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte, seine eigenen Erfahrungen, seine eigene Wahrnehmung und seine eigene Art mit, in dieser Welt zu sein. Wir müssen unseren Wert nicht erst durch Leistung, Erfolg, Anpassung oder Nützlichkeit beweisen.


Wir sind wichtig, weil wir da sind. Und wir sind richtig, so wie wir sind.

Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht verändern oder entwickeln dürfen. Natürlich dürfen wir Dinge in unserem Leben verändern, die uns nicht mehr entsprechen. Wir dürfen lernen, wachsen, neue Entscheidungen treffen und uns Unterstützung holen. Aber das muss nicht aus dem Gefühl heraus geschehen, dass mit uns grundsätzlich etwas nicht stimmt.


Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Formen von Prävention: sich selbst nicht erst dann ernst zu nehmen, wenn etwas nicht mehr funktioniert.

Denn Selbstfürsorge ist nicht nur Wellness, ein freier Nachmittag oder eine zusätzliche Stunde Schlaf. Selbstfürsorge kann viel grundlegender sein. Sie kann bedeuten, die eigenen Signale wahrzunehmen, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich selbst einen ebenso wichtigen Platz im eigenen Leben einzuräumen, wie man ihn anderen Menschen zugesteht.


Und damit kommen wir wieder zu unserem biologischen System.

Unser Immunsystem ist ein hochkomplexes Regulationssystem. Es verarbeitet ständig Informationen und reagiert auf Veränderungen. Dabei geht es nicht nur darum, möglichst stark zu reagieren. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, angemessen zu reagieren, unterschiedliche Signale einzuordnen und Reaktionen wieder zu regulieren, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

Deshalb gefällt mir die Vorstellung des Immunsystems als Teil unseres biologischen „Betriebssystems“. Nicht, weil unser Körper tatsächlich wie ein Smartphone funktioniert, sondern weil uns dieses Bild daran erinnert, dass Gesundheit mehr ist als ein voller Akku.

Wir können uns gut ernähren. Wir können Nahrungsergänzungsmittel einsetzen. Wir können Sport treiben und uns bewegen. Wir können unsere Beziehungen pflegen und versuchen, ausreichend zu schlafen. All das kann Teil einer guten Gesundheitsfürsorge sein. Aber daneben bleibt die Frage, wie wir unseren Körper in seiner Fähigkeit zur Regulation und Anpassung unterstützen.


Wie sieht also das Sicherheitsupdate für deinen Körper aus?

Mit dieser Frage beschäftige ich mich auch in meiner eigenen Arbeit. Ich verbinde dabei körperliche und psychische Aspekte und schaue auf die Zusammenhänge, anstatt einzelne Bereiche isoliert zu betrachten. Im körperlichen Bereich gehört für mich auch die Unterstützung der Immunregulation dazu. Dabei arbeite ich unter anderem mit Immunregulatoren wie Transferfaktoren, die im Zusammenhang mit der Immunregulation eingesetzt und wissenschaftlich untersucht sind.

Doch auch das ist nur ein Teil des Gesamtbildes. Denn unser Körper und unsere Psyche sind keine voneinander getrennten Systeme. Wie wir leben, was wir erleben, wie wir mit Belastungen umgehen und welchen Stellenwert wir uns selbst geben, steht in einem größeren Zusammenhang.

Vielleicht müssen wir deshalb unsere Vorstellung von Prävention ein wenig erweitern. Prävention bedeutet nicht nur, etwas zu tun, damit wir möglichst lange funktionieren. Es bedeutet auch, frühzeitig wahrzunehmen, was wir brauchen, und uns selbst wichtig genug zu nehmen, darauf zu reagieren.


Wir würden bei unserem Smartphone nicht sehenden Auges warten, bis der Akku vollständig leer ist. Wir würden ein Sicherheitsupdate nicht grundsätzlich ablehnen, nur weil im Moment noch alles funktioniert. Und wir würden wahrscheinlich auch nicht jahrelang ignorieren, dass unser System veraltet ist.

Warum sollten wir bei uns selbst so lange warten?

Vielleicht kannst du beim nächsten Smartphone-Update einmal etwas ausprobieren. Wenn dein Handy dich das nächste Mal auffordert, ein Update zu installieren, lass es einfach laufen und nutze diese paar Minuten für dich. Du musst nichts erledigen. Atme einmal tief durch. Frag dich, wie es dir gerade wirklich geht. Sag dir selbst etwas Freundliches. Oder erinnere dich an etwas, das dir in letzter Zeit gelungen ist, und erlaube dir, dich dafür selbst zu loben und zu freuen.

Ein paar Minuten, in denen du nichts leisten und nichts optimieren musst. Nur ein kleiner Moment der Aufmerksamkeit für dich selbst.

Während dein Smartphone sein System aktualisiert, kannst du dein eigenes vielleicht ebenfalls ein wenig pflegen.

Nicht mit einer weiteren Aufgabe. Sondern mit Aufmerksamkeit, Wertschätzung und der Erinnerung:

Ich bin wichtig. Ich bin richtig und ich muss nichts leisten, um mich um mich kümmern zu dürfen.

Wie sieht dein persönliches Sicherheitsupdate aus?

Wenn du lernen möchtest, wieder bewusster auf dich selbst zu achten, deine eigenen Signale früher wahrzunehmen und besser zu verstehen, was Körper und Psyche dir mitteilen, kannst du dich gerne bei mir melden. Wir schauen gemeinsam darauf, was dich gerade beschäftigt und wo du wieder mehr Aufmerksamkeit für dich selbst schaffen kannst.

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